Duria News

News Letter 468 - 2/2017

 

N E W S
 
Status Quo Telematik-Infrastruktur (TI) Stand: 31.05.2017

Verwundert kann man sich nur die Augen reiben angesichts der überschwänglichen und positiven Stimmung zum Start des Echteinsatzes in der Telematik-Infrastruktur.
Allerdings verbreiteten lediglich Politik und Selbstverwaltung einvernehmlich den Optimismus, dass es jetzt tatsächlich am 01.07.2017 losgehen kann.
Schaut man allerdings hinter die Kulissen, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

- Im Nov. 2016 startete der Online Rollout Stufe 1 (ORS1) in der Testregion Nord/West.
- Der Testbetrieb in der zweiten Testregion Süd/Ost wurde vor wenigen Wochen abgesagt.
- Der Konsortialführer (T-Systems®) war nicht in der Lage einen Konnektor zu stellen. (Frühestens im November soll dort ein Konnektor zur Verfügung stehen). In der Region Nord/West sollen etwa 500 Praxen und 6 Krankenhäuser den Versichertenstammdatenabgleich (VSDM) testen.
- Die durchschnittliche Installationszeit soll 4 bis 6 Stunden dauern.
- Installationen wurden abgebrochen.
- Der jetzt im Einsatz befindliche Test-Konnektor muss für den Echtbetrieb wieder getauscht werden.
- Kartenterminals und Konnektoren haben lediglich eine vorläufige Zulassung. Angesagt ist nun der Online Produktivbetrieb Stufe 1 (OPB1) mit Start 1. Juli 2017.
- Mit aller Macht will man das Datum halten. Das BMG will zum 1.7.2017 den Beginn verkünden.
- Voraussetzung ist die Erfüllung aller Maßnahmen der Selbstverwaltung (KBV, SpiBu, Gematik, …) gemäß eHealth Gesetz. Sind diese Maßnahmen zum 30.6.2017 nicht erfüllt, drohen der Selbstverwaltung Pönalen. Wir können also davon ausgehen, dass die „Voraussetzungen“ alle erfüllt sein werden.

Die Leidtragenden sind die Praxen, die bis zum 30.6.2018 laut eHealth Gesetz alle den VSDM durchführen müssen, ansonsten drohen Strafzahlungen von 1% des Umsatzes.

Nach aktuellem Stand
- ist bis heute keine Komponente (Konnektor, Kartenterminal) zugelassen und kein VPN-Zugangsdienst BSI-evaluiert und von der gematik® zugelassen.
- Die Compugroup® (CGM) hat derzeit einen Konnektor und einen VPN-Zugangsdienst in Vorbereitung.
- Es gibt nach wie vor laufende Änderungen in der Spezifikation. Es gibt nur noch zwei Kartenterminalhersteller, die eine Zulassung anstreben: Cherry® und Ingenico®.

In dem Fall der Zulassung der CGM-Produkte würde es eine Monopolstellung geben. Das Bundeskartellamt ist informiert und würde bei Missbrauch einschreiten.

Die PVS-Häuser, die nicht am ORS1 beteiligt sind, haben derzeit keine Möglichkeiten, Tests durchzuführen. Für Ende Juni ist ein kostenpflichtiger Konnektor-Simulator von
der gematik ® angekündigt, über den erste Tests der Implementierung gemacht werden können. Da es nach wie vor keine Absichten von Seiten der gematik® gibt, eine vollständige Test- bzw. Referenzumgebung bereitzustellen, werden die ersten Tests mit echten Komponenten in der Praxis stattfinden müssen. Anfang Mai 2017 konnten sich die KBV und der Spitzenverband der Krankenkassen
über die eingeschaltete Schiedsstelle auf eine Finanzierungsvereinbarung einigen. Für den Erwerb des Konnektors wurde sich auf einen Betrag von 2620 Euro geeinigt, aber nur dann, wenn über ihn im 3 Quartal 2017 eine Onlineabgleich nachgewiesen wird. In den folgenden drei Quartalen (also bis zum 30.06.2018) verringert sich dieser Betrag um jeweils 10 % pro Quartal.

- Ein stationäres Kartenterminal wird mit 435 Euro vergütet.
- Ein mobiles Kartenterminal wird mit 305 Euro vergütet.
- 900 Euro Kostenerstattung als Startpauschale für Praxisausfall während der Installation und für die Anpassung des PVS.
- Quartalsweise werden die laufenden Kosten erstattet.
- Die Betriebskostenpauschale für die Wartung der Technik und deren Updates beträgt vom dritten Quartal 2017 bis zum zweiten Quartal des kommenden Jahres 298 Euro je Quartal, danach nur noch 248 Euro je Quartal.
- Darüber hinaus werden auch die Betriebskosten für den Praxisausweis in Form der SMC-B Smartcard (23,25 Euro/Quartal und Karte)
- sowie den Arztausweis in Form der HBA Smartcard (11,63 Euro/Quartal und Karte) vergütet.

Der bvitg® (Hersteller von IT im Gesundheitswesen) hat in einem Positionspapier auf eine Reihe von Problembereichen hingewiesen, die vor dem Ausrollen der TI geklärt werden müssen.
Insgesamt gesehen ist die Aussicht auf einen erfolgreichen Start zum 1.7.2017 des seit Jahren durch Verzögerungen glänzenden Vorzeigeprojektes minimal. Die gematik® hat zwischenzeitlich – offenbar in weiser Voraussicht - einen dritten Konnektor, den sogenannten Forschungs-Konnektor, ausgeschrieben. Den Zuschlag hat die RISE® GmbH aus Wien erhalten. Derzeit wird von Mai 2018 für die Bereitstellung des Konnektors gesprochen. Mitarbeiter der Firma RISE® waren bereits in den Jahren 2005 bis 2008 mit Berateraufträgen für die gematik® tätig.
Duria wird die Entwicklung weiter verfolgen. Ein Start zum 01.07.2017 scheint in der derzeitigen Lage mehr als unwahrscheinlich zu sein. Insbesondere ist wichtig, dass zeit nah ein Markt der Komponenten entsteht, um einem drohenden Monopol vorzubeugen..

 
WannaCry – Verschlüsselungstrojaner
Am 12. Mai startete eine große Angriffswelle, welche weltweit über 230.000 Computer infizierte. Gefährdet sind alle Systeme die den seit März 2017 von Microsoft angebotenen Sicherheits-Patch nicht installiert haben (auf unserer Update-DVD finden Sie Patches für ältere Windows-Systeme). Nach Befall eines Systems verschlüsselt WannaCry die auf dem System befindlichen Daten und fordert den Nutzer auf ein Lösegeld in der Kryptowährung Bitcoin zu zahlen. Nach Ablauf der angezeigten Frist droht WannaCry mit Datenverlust. Zudem verbreitet sich das Programm im Netzwerk auf ungeschützten Systemen weiter.Neben Windows-Systemen ist nun auch das Open-Source-Pendant Samba betroffen (siehe SambaCry). Samba wird häufig von NAS (Network Attached Storage) – Netzwerkspeichern und anderen Geräten auf Linux-Basis verwendet. Viele Hersteller haben bereits Patches bereitgestellt.Bitte installieren Sie umgehend verfügbare Sicherheitsupdates. Bei Fragen rund um das Thema stehen Ihnen ihr DSC, sowie die Technik-Hotline zur Verfügung..
 
Offizielle Übergangszeit jetzt bis zum 31.03.2017
Bundeseinheitlicher Medikationsplan
Das eHealth-Gesetz hat die Vorgaben gemacht, wie üblich in Gesetzgebungen steht hier nicht der Alltag in Praxen oder der Patient im Vordergrund. Das neue Verordnungsformular (in der Presse bezeichnet als BMP, Medikationsplan+ usw.) haben wir schon im letzten Quartalsupdate gesetzeskonform zum 31.03.2017 umgesetzt und mit dem Update I/2017 in DURIA integriert. Das neue MV-Verfahren muss aktiv über die Formularverwaltung neu gesetzt werden, damit es in Ihrer Praxis genutzt werden kann. Viele Praxen haben dies entweder im Letter nicht gelesen oder einfach noch kein Interesse gehabt, auf den neuen BMP umzuschalten. Von den Praxen, die auf den BMP umgestellt haben, bekamen wir durchweg sehr positive Rückmeldungen zur Umsetzung in DURIA. So schrieb uns z. B. Dr. Stefan Datené aus Aachen:
„Die Umsetzung des BMP unter DURIA classic gefällt mir sehr gut. Die Möglichkeit, Einträge zu sortieren und die bessere Übersichtlichkeit des Ausdrucks, stellen für mich einen deutlichen Zugewinn dar. Die regen Diskussionen im DURIA-Forum führten zu einer kontinuierlichen Verbesserung und Weiterentwicklung des Moduls, so dass die Erstellung von BMPs sich inzwischen reibungslos in unsere Praxisabläufe einfügt.“ Sollten Sie sich noch nicht mit dem BMP beschäftigt haben, so machen Sie sich doch einfach in einer stillen Stunde oder am Wochenende mit den neuen Funktionen vertraut und überzeugen Sie sich von den neuen Möglichkeiten des BMP-Moduls in DURIA. Eine Rückschaltung auf die „alte MV“ ist nicht empfehlenswert, Sie können jedoch statt des Formates BMP auch weiter Ihre eigenen Ausdruckformate benutzen.



>>> MUSTER [...]36
>>> VPP .
Formulare (Muster 36)
Als neues Formular wurde die „Empfehlung zur verhaltensbezogenen Primärprävention gem. §20 Abs. 5 SGB V integriert.
Muster 36
Bericht Medizinischer Dienst (Muster 11)
Der Kurzbericht für den Medizinischen Dienst wurde auf Anwenderwunsch integriert und kann sowohl in DURIA classic als auch in DURIA² genutzt werden.

Muster 11
Hausärzteverband
Der Hausärzteverband lässt ein eigenes Programm für die Abrechnung von Selektivverträgen entwickeln. Dieses Programm soll dann in den Arztpraxen parallel zu den
normalen Praxisverwaltungssystemen zum Einsatz kommen.Der HÄVG rät dazu, die jetzt genutzten Module zu kündigen. Das Vorgehen ist sehr kritisch zu sehen, doppelte Datenhaltung, Interaktivität und Funktionalität sowie Fragen der Datensicherheit sind völlig offen.

Re-Zertifizierung
Eine immer wieder elementar wichtige Aufgabe wurde erfolgreich bewältigt. Zum 24. Mai 2017 teilte uns die Prüfstelle der KBV mit, dass die Re-Zertifizierung der
Abrechnungskomponenten unseres DURIA-Programms erfolgreich abgeschlossen wurde.Unser Dank gilt allen Beteiligten für diese aufwändige und immer komplizierter gewor-
dene Programmierarbeit. An der Nutzeroberfläche der Abrechnungsverfahren mit der föderalen Komplexität aller KVen kann man nicht ermessen, welche immensen
Schwierigkeiten im Modul zu bewältigen sind.Die nächste Prüfung wird dann wieder in drei Jahren stattfinden.

Neue Hilfeanzeigen
Mit diesem Update wurde ein neues Projekt gestartet, das die situationsbezogenen Hilfen deutlich erweitert und langfristig auch in eine neue Form der Haupt-Hilfe (Handbuch) münden soll.An einem weißen Fragezeichen auf blauem Grund erkennen Sie in bestimmten Listen und Modulen, ob eine solche Hilfe zur Verfügung steht. Ein Klick auf das Fragezeichen öffnet eine situationsgebundene .Hilfeanzeige im Browser.Diese Funktionen werden künftig weiter ausgebaut. Bisher sind folgende Module schon bearbeitet: AR, XC[…]BU, STAPEL, FAX[…]I, ICD, KB, KOM, ZEIT, AMIS, P-Liste, PL,
QA, SF, TK, TK[…]P, VWS, XC, X.

Duriahilfe

Fax-Modul (Parameter)
In den Parametern des Faxmoduls können Sie jetzt einstellen, ob Sie nach einem FaxImport zum entsprechenden Patienten wechseln möchten.
Dem „Ereignis“ Faxeingang kann jetzt auch eine Sounddatei zugeordnet werden.



>>> F[...]B
Zusatzkennzeichnung für „Fälle“
IIm Patientenkopf können Sie für die Spalte der Fälle des Patienten eine eigene Zusatzinformation (Fallbeschreibung) zuordnen.
Die Zuordnung erfolgt in einer Eingabemaske, die für den aktuell aktiven Fall des Patienten gilt.

Fallbeschreibung

Die Anzeige erfolgt auch nur in Abhängigkeit des entsprechenden aktiven Falles, hier in den Beispielen ein K-Fall und ein P-Fall mit „Fallbeschreibung“

Fallbeschreibung Ansicht

Platzhalter I (Komplettliste)
Die Listenanzeige „aller Platzhalter“ wurde auf eine neue Struktur mit neuen Möglichkeiten und Informationen umgestellt. Im Infobereich sehen Sie auch eine (grüne) Vorschau
des zu erwartenden Ergebnisses des gewählten Platzhalters.

Patzhalter 1

Diverse Korrekturen & Ergänzungen

-VWS
Die Erfassungsmaske des Verwandtschaftsmoduls wurde auf Anwenderwunsch um eine freies Textfeld für „Weitere Informationen“ erweitert.

Verwandtschaftsmodul

ERR[...]P
Die Fehler-/Problemliste wurde um eine Parameterfunktion erweitert, d.h. Sie können einstellen, ob die ERR-Meldungen in der System-Status-Zeile angezeigt werden und wann die Einträge gelöscht werden sollen.

Fehlerprotokoll

Sie können den kompletten Durialetter 466 hier downloaden (rechte Maustaste- Ziel speichern unter - ca.13 MB).
 

 

 

Duria Newsletter 468 - 2/2017